Errare humanum est. - Irren ist menschlich.

Freitag, Februar 23, 2007

Kreativität wird zum Erfolgsfaktor

Wer ganz früher Kartoffeln oder Mais anbauen wollte, brauchte Land. Am Besten, es gehörte ihm. Mindestens jedoch brauchte er die Erlaubnis dieses Land zu bewirtschaften. Auch wenn den Menschen in der Feudalgesellschaft oft alles was sie erwirtschafteten wieder durch Steuern genommen wurde, funktionierte das alles nur auf Basis des Produktionsfaktors „Land“.

Dann ändert sich das Bild durch Technologien, die nach und nach erfunden wurden. Es war zwar noch immer Land erforderlich, um eine Fabrik zu bauen, jedoch mit einer sehr viel höheren Produktivität pro Fläche als es im Ackerbau und Viehzucht möglich war. Dadurch wurde der Produktionsfaktor „Technologie“ zu einer bedeutenden Komponente für die Wirtschaft und das Wohlergehen der Menschheit. Natürlich gehörten auch immer arbeitende Menschen zu den Produktionsfaktoren, denn wenn niemand die Arbeit erledigt, dann nutzt auch das Land nichts und liegt brach. Am Anfang war es einfach. Die Leibeigenen hatten für die Fürsten und Könige zu arbeiten und basta. Im Industriezeitalter wollten sie dann bezahlt werden und dadurch kam neben Land und Technologie ein weiterer Produktionsfaktor hinzu: das Geld – auch als Kapital bekannt. Nur wer Geld hatte oder organisieren konnte, konnte in Verbindung mit den anderen Produktionsfaktoren produzieren und Geld verdienen, Macht anhäufen. Im Grunde genommen waren es also die kreativen Menschen, die in der Industriegesellschaft Einfluss und Macht gewannen. Denn es war eine Denkleistung nötig, um ein Konzept zu erdenken und dann Investoren davon zu überzeugen. Wer das konnte, der konnte gewinnen.

Und heute ist es nicht anders. Es ist im Grunde unverändert. Die Produktionsfaktoren haben sich geändert. Land ist nicht mehr so bedeutend. Eigentum ist nicht mehr so wichtig. Geistiges Eigentum und virtuelles Land, also Zugang zu den technischen Netzwerken, Internet und Mobilfunk, sind grundsätzliche Notwendigkeiten, die man zum Erfolg benötigt. Das schöne ist, dass diese beiden Ressourcen nahezu unbegrenzt zur Verfügung stehen. Die Vernetzung der Welt durch das Internet und die Mobiltelefone gewährt Zugriff auf Experten auf der ganzen Welt. Und dabei sind Experten nicht nur Hochqualifizierte, sondern schlicht und einfach Menschen, die Teil einer größeren Dienstleistung sein können, ohne das sie notwendiger Wiese in räumlicher Nähe sein müssen.

Damit hätten wir also den Produktionsfaktor „Mensch“ in ausreichend großer Menge verfügbar. Nun kommt das „Land“. Nun auch hier gibt es die gute Nachricht: virtuelles Land ist unbegrenzt verfügbar. Serverplatz und Bandbreite bestimmen diesen Produktionsfaktor Beides wird ständig erweitert und somit mehr. Was ist noch nötig? Kreativität, wie man diese Ressourcen sinnvoll einsetzt, miteinander verknüpft und zu neuen Dienstleistungen und Produkten zusammenfügt.

Im Grunde also nichts anders als früher. Früher musste man eine Idee formulieren, dann Geld beschaffen, die Ressourcen zusammenführen und dann produzieren. Natürlich ein Produkt oder eine Dienstleistung die der Markt, also die Verbraucher, die Menschen, wollten. Und da liegt die Krux. Nicht jedes Produkt und nicht jede Dienstleistung wurde von den Menschen, also dem Markt aufgenommen. Deshalb sind viele Vorhaben gescheitert. Also ist es nicht nur die Kreativität die entscheidet, sondern die „zeitnahe und marktgerechte“ Kreativität.

Vorausgesetzt die Idee ist marktgerecht und zeitnah; hier ist ein Vergleich zwischen einer Reifenfabrik und einem ultramodernen Unternehmen: Die Reifenfabrik benötigt Land auf dem die Fabrikation stattfindet, das ist der Server auf dem die Daten bereitgestellt werden und erfasst werden. Diese Fabrik muss gebaut werden, was spezialisierte Anlagenbauer erledigen. In den ultramodernen Unternehmen wird das von spezialisierten Softwareentwicklern erledigt. Und zwar auf zwei Arten: Entweder durch eigene Angestellte, was man früher so gemacht hat oder heutzutage durch Firmen, die das erledigen, also sozusagen moderne Anlagenbauer. Und dabei ist es im Grunde egal wo der Anlagebauer seine Leute sitzen hat. Das kann überall auf der Welt sein. Wenn, wenn Sprachbarrieren überwunden sind. Hier kommt ein kleiner aber feiner Produktionsfaktor hinzu: die Sprache. Englisch ist die Sprache, die sich weltweit durchgesetzt hat. Konsequenz: Kinder sollten als Babys schon anfangen English zu lernen, wenn sie nicht im englischen Sprachraum aufwachsen. Sonst wird dieser Produktionsfaktor über den zukünftigen Erfolg entscheiden und das ist nun wirklich nicht nötig – hinweg mit den konservativen Festhaltestrategien und Bedenken, dass Kinder nicht zu viel Sprachen zu früh lernen sollen oder das Fremdsprachen nicht nötig sind. Englisch im Kindergarten ist ein Muss!

Soviel zu dieser Feinheit. Zurück zu unserem Vergleich. Wir haben also die Fabrik gebaut und sie steht nun. Jetzt brauchen wir Rohstoffe und diese werden dann verarbeitet. Der Kautschuk der Reifenfabrik wird eingekauft, verschifft, gelagert und dann durch Facharbeiter in der Fabrik weiterverarbeitet. Anders in der ultramodernen „Fabrik“. Kunden nutzen die virtuelle Fabrik und geben Daten ein, zum Beispiel ihre persönlichen Daten zur Eröffnung eines online Bankkontos. Diese werden für quasi Null-Kosten auf einem Server gespeichert und wenn der Kunde dann das fertige Produkt beziehen möchte, also den Reifen, in diesen Fall eine Überweisung, dann macht er das auch wieder online selbst. Die Fabrik ist also rein virtuell und der Kunde arbeite in der Fabrik für sich selbst. Es war also der kreative Unternehmer, der diese ultramoderne Fabrik errichtet hat und nun die Kunden die Reifen selbst herstellen lässt. Das ist schon sehr viel einfacher als Kautschuk zu transportieren, zu lagern und zu verarbeiten.

Was aber wenn man es sogar als Genossenschaft organisiert und die modernen Produktionsmittel nutzt? Also bringen die Bauern das Getreide zur Fabrik, die Daten zum Server. Die Mühle mahlt es zu Mehl, der Server verarbeitet die Daten. Und dann wird das Mehl an die Bäcker verkauft, die Daten werden benutzt um eine Dienstleistung zu verkaufen. Der Ertrag wird unter den Bauern aufgeteilt, die Umsätze fließen den Personen zu, die die Daten eingegeben haben.

Hört sich ein bisschen abstrakt an, aber dahinter steckt viel, sehr viel Potential, wenn man diese Grundlagen kreativ, zeitnah und marktgerecht einsetzt, um nach alten Modellen mit modernen Mitteln Unternehmen aufzubauen und wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

1 Comments:

  • Hallo Joe,
    Kreativität ist kein Produktionsmittel, sondern Ressource. Ressourcen lassen sich kaufen- und zwar mit GELD. Ich mach das täglich :-)
    Ich verfüge über jede Menge virtueller Angestellter, die für mich tätig sind. Die meisten wissen es nicht einmal. Ich bediene dabei ein Netzwerk von Wünschen, Träumen und Visionen. Böse formuliert: Illussionen...

    Ich verkaufe die Illussion des Einen an einen Anderen und erzeuge dabei eine Neue. Die kann ich wieder verkaufen. Manchmal erhalte ich als Gegenleistung Geld, manchmal auch Kreativität oder eben auch eine neue (handelbare) Illusion. Eine neue Währung ist entstanden. Anders als bei second life, ist diese jedoch nicht als "Lindendollar" auf eine Plattform begrenzt, wenngleich diese wiederum virtuell und damit weltweit verfügbar ist, sondern meine Währung ist universeller, sie ist überall vorhanden, in jedem Menschen, jederzeit abrufbar und völlig unabhängig von Computern oder sonstigen Maschinen. Sie kann bearbeitet oder manipuluiert werden. Sie ist einfach genial. Wer kann diese Währung nutzen? Jeder der sie erkennt und damit handelt.....

    By Anonymous Anonym, at 9:52 PM  

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